18599 GÜTEGEMEINSCHAFT

18599 Gütegemeinschaft erwartet massive Probleme beim Start der EnEV 2014

Zum 1. Mai diesen Jahres tritt die neue EnEV in Kraft. Mit der Einführung ist eine ganze Reihe von Änderungen verbunden, die sich weniger auf eine Verschärfung von Anforderungen, sondern mehr auf den Start neuer Abläufe bei der Berechnung und Dokumentation von Gebäuden beziehen. So wird erstmals in der Geschichte der energiesparrechtlichen Vorschriften der Bundesrepublik eine Registrierung der auszustellenden - nicht der ausgestellten - Energieausweise erforderlich, was bereits Schritte vor der eigentlichen Nachweisführung erforderlich macht. Der Verordnungsgeber hat das Deutsche Institut für Bautechnik als Registrierstelle benannt, die dann ab dem 1. Mai für den reibungslosen Ablauf mitverantwortlich zeichnet.

Doch der Stand der Vorbereitung zwei Wochen vor dem Start des neuen Systems ist alles andere als zufriedenstellend. Zwar ist die Registrierstelle des DIBt mittlerweile eingerichtet, doch sonst ist man weit entfernt von einem guten Vorbereitungsstand. Als Vorsitzender des Vorstandes der 18599 Gütegemeinschaft sagte Prof. Dr.-Ing. Bert Oschatz dazu, dass insbesondere die als mangelhaft zu bezeichnende Qualität der Dateibeschreibung für das Registrierungsportal allen Softwareherstellern ernsthafte Probleme bereite. "Damit kann man so nicht arbeiten", so Oschatz. Mit der Schnittstelle nehmen die Programme sozusagen Kontakt auf zum DIBt-Portal. Klar ist, was passiert, wenn es einen solchen Kontakt nicht gibt. Der Nutzer der Software wird sich dann direkt an das DIBt wenden müssen, was auf diesen Ansturm wohl aber nicht ausgelegt sein sollte.

Dass der Planer künftig für die Registrierung eines Energieausweises zu bezahlen hat, ist bereits beschlossene Sache. Fragen wirft allerdings die Tatsache auf, dass allein PayPal als Zahlungsart akzeptiert wird. "Eine hohe Anzahl von Betroffenen setzt dieses System bis heute gar nicht ein, sondern bezahlt auf andere Weise. Wer erst ab Mai auf das Registrierungsportal geht, erlebt dann eine böse Überraschung", so Oschatz. Auch von der Wohnungswirtschaft, die eine Vielzahl von Energieausweisen zu erstellen hat, wird die Beschränkung auf Paypal massiv kritisiert.

Sollte es dem potenziellen Energieausweisersteller trotzdem gelungen sein, eine Registrierungsnummer zu "erstehen", dann folgt das nächste Problem. Das offizielle Drucktool für Energieausweise ist bislang nicht fertiggestellt. Zwar werden von offizieller Seite Versprechungen gemacht, dass das Tool noch bis zum Mai komme, doch was, wenn auch dieses nachgebessert werden muss? "Die Softwarehersteller stehen in der Pflicht, ihren Kunden pünktlich eine funktionierende Software zu liefern. Es bleibt ein Geheimnis, zu verstehen, wie das funktionieren kann, wenn von offizieller Seite die gesamte Vorphase zur Einführung des EnEV für sich beansprucht wird", so Oschatz. Im schlimmsten Fall können ab Mai keine Energieausweise ausgestellt werden. Doch das genau verlangt die EnEV 2014 für jedes neu zu erstellenden Gebäude generell und in einigen Fällen auch für Bestandsgebäude.

Als Interessensverband der Softwarehersteller setzt die 18599 Gütegemeinschaft alles daran, den Start zur EnEV 2014 für alle Planer so reibungslos wie möglich zu gestalten. Das erfordert aber auch eine klare und nachvollziehbare Planung bei den offiziellen Stellen, die gemäß Verordnung für die Einführung der EnEV 2014 verantwortlich sind.

Die 18599 Gütegemeinschaft erwartet von allen Beteiligten, dass jetzt alles unternommen wird, um die für die Energiewende wichtige Umsetzung der EnEV zügig anzugehen und voranzutreiben. Dazu gehören klare und verständliche Angaben für alle Seiten.

 

 

(Bei weiteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung. Im Falle einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar.)

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